
Bluttests haben bei Hunden nur eine Aussagekraft von rund 50 Prozent. Hypoallergene Diäten sind deshalb für Tierärzte und Hundehalter, deren Vierbeiner an Allergien leiden, ein wichtiges Diagnose-Instrument für mehr Lebensqualität.
Mit einer hypoallergenen Diät lässt sich Schritt für Schritt herausfinden, gegen welche Proteine ein Hund allergisch ist bzw. an welcher Futtermittelallergie er leidet.
In der Regel füttert man über mehrere Wochen hinweg ausschließlich die hypoallergene Diät. Anschließend wird in der sogenannten "Provokationsphase" eine weiter Zutat hinzugenommen, z. B. Huhn. Zeigt der Hund Symptome, weiß man: der Hund reagiert allergisch auf Huhn.
Ganz wichtig: Soll mit einer Ausschlussdiät herausgefunden werden, welche Zutaten Beschwerden verursachen, ist Konsequenz entscheidend. Während dieser Zeit sollte der Hund ausschließlich das empfohlene Futter erhalten – auch Leckerlis, Kauartikel oder Tischreste können das Ergebnis verfälschen.
Hypoallergene Diätfuttermittel mit Monoprotein nutzen nur eine einzige tierische Proteinquelle. Für eine hypoallergene Ausschlussdiät muss diese Proteinquelle für den Hund neu, also bislang noch nicht gefüttert worden sein. Manche Hersteller nutzen exotische Fleischsorten wie Rentier oder Känguru.
Auch Insektenprotein kann zum Einsatz kommen. Ergänzt wird die unbekannte Proteinquelle meist durch wenige weitere, ebenfalls sorgfältig ausgewählte Zutaten. Je einfacher die Rezeptur, desto leichter lässt sich herausfinden, worauf ein Hund allergisch ist.
Hypoallergenes Hundefutter mit hydrolysierten Proteinen werden häufig bei besonders hartnäckigen oder unklaren Fällen einer Futtermittelallergie eingesetzt und unterscheiden sich durch die starke Verarbeitung deutlich von herkömmlichem Hundefutter.
Bei hydrolysiertem Hundefutter werden die enthaltenen Eiweiße in sehr kleine Bestandteile zerlegt. Die Idee dahinter: Das Immunsystem soll die Proteine möglichst nicht mehr als Allergene erkennen und deshalb keine oder nur eine deutlich geringere Abwehrreaktion auslösen.

- Hypoallergenes Hundefutter kann für Hunde mit einer diagnostizierten Futtermittelallergie oder bestimmten Unverträglichkeiten sinnvoll sein. Entscheidend ist nicht, ob ein Futter als hypoallergen beworben wird, sondern ob es zu den individuellen Bedürfnissen des Hundes passt.
- Ja, sofern es sich um ein Alleinfuttermittel handelt und dein Hund es gut verträgt. Viele Hunde mit diagnostizierter Futtermittelallergie werden dauerhaft mit einer hypoallergenen Ernährung gefüttert. Ob das notwendig ist oder nach einer Ausschlussdiät wieder auf ein anderes Futter umgestellt werden kann, sollte gemeinsam mit dem Tierarzt entschieden werden.
- Hypoallergenes Hundefutter ist nicht grundsätzlich die bessere Wahl für jeden sensiblen Hund – es sollte nur eingesetzt werden, wenn es wirklich benötigt wird. Außerdem gibt es unterschiedliche Konzepte: Während einige Produkte auf hochverarbeitete hydrolysierte Proteine setzen, arbeiten andere mit ausgewählten Proteinquellen und möglichst einfachen Rezepturen. Welche Variante sinnvoll ist, hängt immer von der individuellen Diagnose des Hundes ab.