
„In dieser Rubrik kommen unsere Tierärzte zu Wort – Experten, die sich seit Jahren mit gesunder Hundeernährung und Hundegesundheit beschäftigen."
Ernährung Welpen: Warum Welpen anders gefüttert werden müssen
Endlich ist er da! Mit tapsigen Pfoten und großem Staunen im Blick ist Welpe Bruno bei seiner neuen Familie eingezogen. Alle Zweibeiner sind entzückt und fest gewillt, alles richtig zu machen. Vor allem bei der Ernährung.
Und das ist auch wichtig. Denn Welpen sind keine kleinen erwachsenen Hunde, sondern stecken in einer Phase, in der ihr Körper jeden Tag auf Hochtouren arbeitet. Ob frisch gekochtes Hundefutter, Trockenfutter oder Nassfutter: Die Fütterung von Welpen muss immer zum Wachstum passen. Das funktioniert am besten mit einem speziellen Welpenfutter.
Gerade im ersten halben Lebensjahr wächst der Hund unglaublich schnell. In dieser Zeit entwickeln sich Organe, Knochen, Muskeln und das Immunsystem. Fehler in der Ernährung können sich später negativ auf die Gesundheit auswirken – etwa durch chronische Gelenkprobleme oder eine erhöhte Anfälligkeit für gesundheitliche Probleme.
Für Hundeeltern heißt das: Ein Welpe braucht eine Ernährung, die wirklich zu seinem Alter, seinem Körpergewicht und seiner Entwicklung passt. Pauschale Fütterungsempfehlungen helfen nur bedingt, entscheidend sind die individuellen Bedürfnisse deines Welpen.
Ernährung von Welpen ab der 12. Woche
Mit etwa 12 Wochen beginnt für viele Welpen ein neuer Lebensabschnitt: Sie ziehen in ein neues Zuhause und müssen sich an neue Menschen, neue Abläufe und viele neue Eindrücke gewöhnen. Genau in dieser Phase tut es dem kleinen Vierbeiner besonders gut, wenn im Napf nicht auch noch Chaos herrscht.
Deshalb gilt in den ersten Tagen nach dem Einzug: lieber erst einmal Ruhe und Routine statt sofort alles umstellen oder viele Futtersorten ausprobieren. Wenn dein Welpe beim Züchter oder im Tierheim ein bestimmtes Futter gut vertragen hat, füttere es eine Weile weiter. Nach einiger Zeit kannst du das Futter langsam und schrittweise umstellen, zum Beispiel von Trockenfutter für Welpen auf Nassfutter für Welpen oder selbstgekochte Mahlzeiten für Welpen. Ein direkter Wechsel auf andere Futtersorten oder Adult-Futter ist in dieser Phase nicht zu empfehlen.
Auch feste Fütterungszeiten helfen deinem Welpen. Sie geben Orientierung, entlasten die Verdauung und machen den Alltag für deinen Welpen berechenbarer, was in einer ohnehin aufregenden Eingewöhnungszeit viel wert ist.
Wichtig ist außerdem, deinen Welpen in dieser Zeit gut zu beobachten. Wie sieht der Kot aus, frisst er mit Appetit, wirkt er zufrieden, nimmt er gleichmäßig zu? So bekommst du ein gutes Gefühl für die Ernährung deines Welpen und die Futtermenge pro Tag.
Wachstumsphasen deines Welpen
In den ersten Lebenswochen steht beim jungen Welpen vor allem eines im Mittelpunkt: ankommen, bei der Hundemama trinken, schlafen, kuscheln und wachsen. In dieser Phase nimmt das Hundebaby schnell an Gewicht zu.
Danach beginnt die eigentliche Wachstumsphase, in der junge Welpen sichtbar in die Höhe schießen. Besonders zwischen dem 3. und 7. Lebensmonat wachsen Knochen und Muskulatur oft besonders schnell. Kleine Hunderassen durchlaufen diese Phase eher als Hunde großer Rassen.
Im nächsten Schritt geht es vor allem um Reifung: Der Körper wird stabiler und Proportionen gleichen sich aus – auch wenn das Wachstum im Inneren oft noch nicht abgeschlossen ist.
Wirklich ausgewachsen ist der Hund, wenn sich die Wachstumsfugen geschlossen haben. Diese knorpeligen Bereiche an den langen Knochen schließen sich je nach Rasse und Größe meist zwischen dem 12. und 24. Lebensmonat. Kleine Hunde sind früher fertig entwickelt als große.
Während ein kleiner Hund, zum Beispiel ein Havaneser, oft schon mit rund 10 bis 12 Monaten ausgewachsen ist, brauchen größere Hunde wie ein Labrador meist 12 bis 18 Monate, sehr große Rassen wie die Deutsche Dogge sogar noch länger.
Fütterungsempfehlung für Welpen: Tabelle mit Nährstoffen
Bei Welpen verändert sich je nach Entwicklungsstand der Energie- und Nährstoffbedarf. Die Versorgung muss immer zum einzelnen Welpen passen.
Die wichtigsten Nährstoffe für Welpen als Tabelle zur Orientierung
| Nährstoff | Warum wichtig |
|---|---|
| Proteine | Der Hauptbaustein für Muskeln und Gewebe. Welpen brauchen etwas mehr Eiweiß als erwachsene Hunde. |
| Fette | Sie liefern Energie und essentielle Fettsäuren und sind wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem. Besonders Omega-3-Fettsäuren (DHA, EPA) sind für die Gehirnentwicklung notwendig. |
| Calcium und Phosphor | Entscheidend für den Knochenaufbau. Das richtige Verhältnis ist hier besonders wichtig, um Fehlstellungen und spätere Gelenkprobleme zu vermeiden. |
| Vitamine und Spurenelemente | Vitamin E stärkt das Immunsystem, während Mineralstoffe wie Kupfer, Jod, Selen und Zink viele Stoffwechselprozesse unterstützen. Vitamin A fördert die Gesundheit der Augen, Vitamin D ist besonders wichtig für die Knochenentwicklung. |
| Kohlenhydrate | Sie liefern Energie, sollten aber leicht verdaulich sein, wie z. B. aus Süßkartoffeln oder Vollkorn. |
Besonders wichtig ist im Wachstum die Versorgung mit Calcium und Phosphor. Beide Nährstoffe sollten im Futter für Welpen nicht nur in der passenden Menge, sondern auch im richtigen Verhältnis von 1,2–1,5:1 enthalten sein, damit sich dein Hund gesund entwickeln kann. Calcium trägt vor allem zu starken Knochen und Zähnen bei, Phosphor unterstützt unter anderem den Stoffwechsel und den Knochenaufbau.
Wie viel sollte ein Welpe fressen?
Wie viel Futter ein Welpe braucht, lässt sich nicht pauschal nach Alter beantworten. Entscheidend sind das aktuelle Körpergewicht, die erwartete Endgröße, die Aktivität und wie energiereich die Ration ist.
Ein Welpe soll nicht möglichst schnell groß werden, sondern gleichmäßig und kontrolliert wachsen. Gerade bei Welpen größerer Rassen ist das wichtig. Sie brauchen eine bedarfsgerechte Versorgung, aber keine übermäßige Energiezufuhr. Zu schnelles Wachstum durch eine zu hohe tägliche Futtermenge kann Knochen und Gelenke belasten. Jede zusätzliche Kalorie zählt.
Die Wachstumskurve hilft dabei, die Entwicklung deines Welpen zuverlässig im Blick zu behalten. Welches Endgewicht dein Hund wahrscheinlich erreichen wird und welche Kurve zu ihm passt, besprichst du am besten mit deinem Tierarzt.
Wir zeigen dir hier als Beispiel eine Wachstumskurve für einen Hund mit dem erwarteten Endgewicht von 20 kg:

Auch Leckerli zählen mit. Vor allem im Training kommt schnell einiges zusammen, deshalb sollten Belohnungen immer in die Tagesration eingerechnet werden. Nur so kannst du die richtige Futtermenge pro Tag für den Welpen wirklich einschätzen.
Wie oft den Welpen füttern?
Weil Welpen einen kleinen Magen haben und gleichzeitig viel Energie brauchen, kommen sie mit mehreren kleineren Mahlzeiten in der Regel besser zurecht als mit wenigen großen Portionen.
Bis zum Alter von vier Monaten solltest du deinen Welpen viermal am Tag füttern. Danach kannst du langsam die Futtermenge pro Tag zuerst auf drei, später auf zwei Mahlzeiten pro Tag reduzieren. Das Aufteilen der Tagesration in mehrere Portionen kann außerdem das Risiko einer Magendrehung senken.
Was dürfen Welpen fressen? Liste für den Alltag
Welpen brauchen keine bunte Mischung aus möglichst vielen Zutaten, sondern eine gut verträgliche, ausgewogen zusammengestellte Ernährung aus:
- einer gut verträglichen und hochwertigen Proteinquelle
- passenden Kohlenhydratquellen
- verträglichem Gemüse
- bedarfsgerecht eingesetzten Fetten
- kleinen, gut bekömmlichen Snacks für Training und Alltag
Biete deinem Welpen nicht zu viele verschiedene Lebensmittel und vor allem nicht zu viele unterschiedliche Fleischsorten auf einmal an — auch nicht über Leckerli. Falls es später zu einer Futtermittelallergie kommt, stehen für eine Ausschlussdiät noch ausreichend Proteinquellen zur Verfügung.
Was dürfen Welpen nicht essen?
Die kleinen Entdecker sind neugierig und nehmen gerne mal alles ins kleine Mäulchen. Genau deshalb musst du als Hundeelternteil besonders gut aufpassen. Achte auf Lebensmittel, Medikamente, Putzmittel, giftige Zimmerpflanzen und alles andere, was angeknabbert oder verschluckt werden könnte.
Welche Lebensmittel tabu sind, haben wir dir im Blogartikel „Was ist für Hunde giftig?" zusammengestellt. Dort findest du auch unser praktisches Download-Dokument für den Kühlschrank, damit du die wichtigsten No-Gos immer im Blick hast.
Selberkochen für Welpen: worauf es ankommt
Selberkochen ist für Welpen eine richtig gute Lösung: Du weißt genau, was im Napf landet, kannst frische Zutaten auswählen und die Mahlzeiten individuell auf deinen Hund abstimmen. Frisch gekochtes Futter ist besonders gut verdaulich und kommt ohne unnötige Füll- oder Konservierungsstoffe aus. Gerade im Vergleich zu Trockenfutter, Nassfutter oder anderem industriellem Hundefutter kannst du beim Selberkochen die individuellen Bedürfnisse deines Hundes gezielt berücksichtigen.
Mit LuckyChef wird Selberkochen für Welpen einfach und sicher: Du wählst frische Zutaten. Wir sorgen dafür, dass die Rezepte und das Welpen-Supplement genau auf den Bedarf deines Hundes abgestimmt sind. Dazu legst du einmal das Hundeprofil für deinen Welpen an: Rasse, Alter, Körpergewicht, Aktivitätslevel. Wenn du das Hundeprofil regelmäßig alle zwei Wochen aktualisierst, wächst die Ration ganz entspannt mit deinem Welpen mit. Für viele Hundehalter ist eine frische Fütterung eine hochwertige Alternative zu Welpen Trockenfutter oder Nassfutter.
Damit dein Welpe optimal versorgt ist, haben wir das Rezept Complete Puppy konzipiert: Für alle Hunde im Wachstum ab der 8. Lebenswoche.
Häufige Fehler bei der Welpenfütterung
Gut gemeint ist bei der Welpenfütterung leider nicht immer gut gemacht: Gerade im Wachstum können kleine Fehler große Auswirkungen haben. Zu den häufigsten Stolperfallen gehören diese Punkte:
- Zu viel füttern, ohne die richtige Futtermenge festzulegen, weil Appetit mit tatsächlichem Bedarf verwechselt wird.
- Leckerlis, Kauartikel und Trainingssnacks nicht in die Tagesration einrechnen.
- Beim Selberkochen nach Gefühl statt bedarfsgerecht planen.
- Calcium, Phosphor und Spurenelemente im Wachstum im falschen Verhältnis geben oder überdosieren.
- Zu oft das Futter wechseln oder zu viele neue Zutaten auf einmal einführen.
- Zu energiereich füttern und damit das Wachstum zu stark zu beschleunigen.
Fazit: Welpen richtig füttern für gesundes Wachstum
Welpe Bruno ist inzwischen schon ein gutes Stück gewachsen – und mit ihm auch die Sicherheit seiner Hundeeltern. Wer auf die Bedürfnisse seines Welpen achtet und die Fütterung immer wieder auf seinen Bedarf anpasst, schafft mit jeder Mahlzeit eine Grundlage für ein gesundes Hundeleben. Ob frisch gekochtes Hundefutter, Nass- oder Trockenfutter: Entscheidend sind eine ausgewogene Zusammensetzung und die richtige Futtermenge für deinen Vierbeiner.




