Ernährung als möglicher Auslöser
Manchmal liegt die Ursache im Napf. Der Hundedarm reagiert sensibel auf ungeeignete Lebensmittel, stark gewürzte Reste, Milchprodukte, sehr fettreiche Snacks oder abrupte Futterwechsel. Auch hygienisch belastetes Futter oder dauerhaft unausgewogene Zusammensetzungen können Durchfall begünstigen.
Auch eine Futtermittelunverträglichkeit zeigt sich meist mit wiederkehrendem Durchfall, Blähungen oder wechselnder Kotkonsistenz.
Manche Hunde reagieren mit Durchfall auf eine Futtermittelallergie. Wie du eine Futtermittelallergie von einer Unverträglichkeit unterscheidest, haben wir dir hier in unseren Blogartikel zusammengefasst.
Blogartikel Wenn das Futter nicht bekommt: Allergie oder Unverträglichkeit?
Infektionen, Parasiten & Medikamente
Akute Magen-Darm-Infekte, Parasiten wie Würmer oder Giardien sowie entzündliche Darmerkrankungen können Durchfall verursachen. Auch Medikamente, wie Antibiotika oder Antiparasitika beeinflussen die Darmflora, weil sie nicht nur schädliche, sondern auch gute Bakterien töten.
Wichtig: Eine verordnete Therapie sollte niemals eigenmächtig abgebrochen werden. Reagiert dein Hund auf das Medikament, z.B. dem Antibiotikum, besprich das immer mit deinem Tierarzt. Eventuell gibt es Alternativen, die er besser verträgt. Nach belastenden medikamentösen Therapien ist es immer empfehlenswert die Darmflora deines Hundes wieder aufzubauen. In unserem Blogartikel: “Darmflora beim Hund aufbauen mit Hausmitteln – 7 natürliche Helfer für eine gesunde Verdauung! bekommst du Tipps, wie du die Darmflora über die Ernährung unterstützen kannst.
Zum Blogartikel Darmflora beim Hund aufbauen mit Hausmitteln – 7 natürliche Helfer für eine gesunde Verdauung
Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
Hinter Durchfall können viele Erkrankungen stecken. Infektionen durch Viren, Bakterien oder Parasiten reizen den Magen-Darm-Trakt und führen oft plötzlich zu wässrigem Kot, teils begleitet von Fieber, Erbrechen oder Mattigkeit.
Eine Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut, oft begleitet von Erbrechen, Übelkeit und weichem Kot. Sie kann akut oder chronisch auftreten und kann in Folge zu einem Magengeschwür führen.
Bei einer Colitis, also einer Entzündung des Dickdarms, tritt Durchfall meist in kleinen Mengen, dafür sehr häufig auf, teilweise mit Schleim oder Blutbeimengungen. Eine Colitis kann akut oder chronisch auftreten.
Eine chronische Krankheit ist IBD (Inflammatory Bowel Disease), eine anhaltende Entzündung des Darms, die mit wiederkehrendem Durchfall, Gewichtsverlust und Nährstoffmängeln einhergehen kann. Dazu findest du ausführliche Infos in unserem Artikel IBD beim Hund, in dem wir Ursachen, Diagnostik und Fütterungsstrategien genauer erklären.
Systemische Erkrankungen
Auch Erkrankungen außerhalb des Magen-Darm-Trakts, etwa hormonelle Störungen oder Probleme mit anderen Organen, können sich über Durchfall bemerkbar machen: Zum Beispiel bei Morbus Addison, seltener bei Schilddrüsenunterfunktion und Cushing-Syndrom. Diese Erkrankungen stören den Stoffwechsel, was unter anderem zu chronischem Durchfall führen kann.
Sprich hier immer mit deinem Tierarzt, es gibt viele Möglichkeiten, deinen Hund zu unterstützen.
Stress
Stress, Angst oder Schmerzen wirken sich direkt auf den Darm aus. Eine ungewohnte Umgebung wegen Umzug oder Urlaub, Veränderungen im Alltag, neue Mitbewohner, laute Geräusche oder Probleme im Kontakt mit anderen Hunden – das alles kann Stress für deinen Hund bedeuten und sich direkt auf seinen Darm auswirken.
Typische Alltagsauslöser für Durchfall beim Hund
Gerade im Alltag nehmen Hunde vieles auf, was ihren empfindlichen Magen-Darm-Trakt kurzfristig aus dem Gleichgewicht bringen kann – oft schneller, als man denkt.
Fressen von Schnee
Ein Klassiker ist das Fressen von Schnee. Schnee enthält nicht nur Schmutzpartikel, sondern oft auch Streusalz oder andere Rückstände. Diese können die Darmschleimhaut reizen und zu akutem Durchfall führen, besonders bei empfindlichen Hunden.
Salzwasser im Urlaub
Auch Salzwasser im Urlaub, etwa am Meer, ist ein häufiger Grund für plötzliche Durchfallepisoden. Beim Spielen oder Schwimmen schlucken viele Hunde unbemerkt größere Mengen Meerwasser. Das belastet den Darm und kann dazu führen, dass der Körper überschüssige Flüssigkeit schnell wieder loswerden möchte.
Aus Pfützen trinken
Ein weiteres Risiko sind Pfützen, stehendes Wasser oder kleine Tümpel. Sie können Bakterien, Parasiten oder andere Keime enthalten, die der Hundedarm nicht gewohnt ist. Gerade auf Spaziergängen oder im Sommer passiert es schnell, dass Hunde daraus trinken – oft mit Durchfall als Folge.
Fressen von Unrat
Nicht zuletzt spielt auch das Fressen von Unrat eine häufige Rolle. Essensreste, Verpackungen oder „interessante Funde“ vom Wegesrand können den Darm stark reizen oder Keime enthalten, die eine akute Verdauungsreaktion auslösen.
Solche Durchfälle treten meist plötzlich auf, sind oft kurzzeitig und gehören zu den klassischen Fällen von akutem Durchfall. Ist der Hund ansonsten fit, trinken und fressen möglich und zeigen sich keine weiteren Warnzeichen, lässt sich der Darm in vielen Fällen gut mit gezielter Schonkost, wie z.B. der Moroschen Möhrensuppe und Ruhe unterstützen.